Maria Clementina Stuart, geborene Sobieska
Antonio David
Maria Clementina Stuart, geborene Sobieska (1702-1735), ist in dieser Ölminiatur in prächtigem Kleid, reichem Perlen- und Edelsteinschmuck und mit blauem, hermelingefüttertem Mantel dargestellt. Links im Hintergrund ist eine mit Kreuzen versehene Krone abgebildet, die ihr als Königin Großbritanniens katholischer Konfession zugestanden hätte.1
Als der den britischen Thron beanspruchende James Francis Edward Stuart (1688 -1766) nach einer Gattin Ausschau hielt, um seiner königlichen Linie Nachkommen zu sichern, fand sein Vertrauter Charles Wogan diese unter den Töchtern des polnischen Prinzen Jakob Sobieski in Ohlau. Der englische König versuchte zwar, diese Heirat zu verhindern, indem er die Verhaftung der Auserwählten veranlasste, doch durch eine abenteuerliche Flucht wurde die Heirat des Paares in Rom 1719 dennoch möglich. Ein Jahr später wurde der erste Sohn Charles Edward geboren, 1725 dann Henry Benedict.
Die Ehe verlief indessen unglücklich, und Maria Clementinas geistiger und körperlicher Zustand verschlechterte sich immer mehr. 1725 trat sie in Rom ins Kloster Santa Cecilia ein und sah von nun an ihre Kinder, die sie sehr liebte, nur noch selten. Hysterische Anfälle ließen sie mehr und mehr vereinsamen, und die von ihr gewählte sehr spärliche Ernährung, begleitet von der Feuchte des Klosters, führten zu einer Lungenkrankheit, der sie 1735 erlag.
Das Bildnis aus der Sammlung Tansey gehört zweifellos zu den attraktivsten und qualitätvollsten Miniaturporträts von Maria Clementina. Es zeigt sie in der Blüte ihrer Jugend, vermutlich kurz nach ihrer Heirat.
B. P.